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Aufruf zur Unterstützung

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Wir sind davon überzeugt, dass unser Film gemacht werden muss

HOMO COMMUNIS – WIR für Alle  

Helfen Sie mit, dass ein Film entsteht, der Menschen zeigt, die ihre Vision von Kooperation und Teilen leben. Orte gemeinschaftlichen Tuns – jenseits von Markt und Staat – stehen im Mittelpunkt. HOMO COMMUNIS erzählt von stabilen, sozialen Beziehungen, einem verlässliches Miteinander in Arbeit und Leben und einem Teilen der Ressourcen.

Und was muss sich ändern? Brauchen wir bloß mehr Aufschwung, mehr Wirtschaftswachstum, mehr Sicherheit, mehr Mobilität, schnellere Datenautobahnen, mehr Bildung, mehr Profit, mehr Reichtum, mehr Automatisierung und Künstliche Intelligenz? Es hat den Anschein, als ob sich die gesellschaftliche Entwicklung auf einem toten Gleis befindet. Und da ist keine Ideologie, keine Religion und kein System in Sicht, das einen hoffnungsvollen Ausweg böte? Aber wer soll das ändern können? WIR. Wir können einen anderen Weg einschlagen. Überall auf der Welt haben sich schon Gruppen und Gemeinschaften gebildet, die neue Wege erproben. Hier will unser Projekt ansetzen und Mut machen. Immer mehr Pflanzen eines anderen Umgangs mit dem Leben haben längst zu sprießen begonnen.

Der Film HOMO COMMUNIS zeigt einen möglichen Paradigmenwechsel. Wir begleiten Menschen, die neue Kommunikationsformen, Produktionsweisen und Regeln entwickeln, weg von Hyper-Konsum, Hyper-Individualismus und Umweltzerstörung. Wir entdecken mit unseren Protagonisten alte und neue Modelle des Teilens, der Kooperation und des Zusammenlebens:

Der Film vermittelt keine Ideologien, keine Patentlösungen oder den Eindruck, zu wissen, wo es in Zukunft langgehen wird. Der Film lädt ein, die Welt mit Gemeinschafts-Augen zu sehen und aktiv zu werden.

HOMO COMMUNIS wird von vielen finanziert, die ihn sehen und zeigen möchten.

Deshalb rufen wir auf: Helfen Sie mit, dass dieser Film zustande kommt.

Finanzierungszeitraum:     15.01.2019 – 31.12.2019
Realisierungszeitraum:      März 2019 – Mai 2020
Fundingziel:                   30.000,- €

Aktueller Spendenstand (07.07.2019): 15.880,-€

Zahlungen bitte auf das Konto:
Empfänger:
Vision Wir e.V.
GLS Bank,
IBAN: DE11 4306 0967 4128 6834 00
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: HOMO COMMUNIS

Vision Wir e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Die Spenden für HOMO COMMUNIS sind steuerlich absetzbar. Auf Wunsch können Spendenquittungen ausgestellt werden.

Infos zu Vision Wir e.V.

Für Fragen und Anregungen stehen wir zur Verfügung. info@visionwir.de Für alle Interessierten wird ab dem 15. Juli ein Newsletter eingerichtet sein , in dem wir über Aktuelles zum Projekt berichten.

Die Grundkosten der Fimproduktion werden mit der großzügigen Hilfe von Stiftungen und Eigenleistungen finanziert. Das reicht aber noch nicht aus. Unsere Ziele sind:

● die Drehreisen nach Latein-Amerika (Venezula und Mexiko) zu ermöglichen
● einen Trailer produzieren
● eine internationale Fassung herstellen (mit englischen Untertiteln) für die Teilnahme an internationalen Festivals, Diskussionsforen und zur Bereitstellung für internationale Initiativen
● DCPs des Films für eine Kinoauswertung herstellen lassen
● Bildungsmaterial und eine 20-minütige Schulfassung des Films erstellen

©Carmen Eckhardt
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Gemeinwohl-Ökonomie

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Unser Wirtschaftssystem ist aus dem Ruder gelaufen. Geld ist zum Selbst-Zweck geworden, statt ein Mittel zu sein für ein gutes Leben für alle.

Gemeinwohl-Ökonomie bezeichnet ein Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist.
Sie ist ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene.

HOMO COMMNUNIS begleitet ein Hightech-Unternehmen, das bereit ist Verantwortung zu übernehmen. Dessen Team ist sich der existenziellen Bedrohung unseres Lebensraumes durch den Klimawandel, sowie der Endlichkeit von wertvollen Ressourcen bewusst. Wir zeigen, wie das Unternehmen bei der Umwandlung in einen gemeinwohl-orientierten Betreib vorgeht. Wir erleben, dass unternehmerisches Handeln möglich ist, ohne dabei auf Kosten Anderer oder zukünftiger Generationen zu agieren.

© Gerardo Milsztein

Was ist Gemeinwohl-Ökonomie

… auf wirtschaftlicher Ebene eine lebbare, konkret umsetzbare Alternative für Unternehmen verschiedener Größen und Rechtsformen.
Der Zweck des Wirtschaftens und die Bewertung von Unternehmenserfolg werden anhand gemeinwohl-orientierter Werte definiert.

… auf politischer Ebene ein Motor für rechtliche Veränderung. Ziel des Engagements ist ein gutes Leben für alle Lebewesen und den Planeten, unterstützt durch ein gemeinwohl-orientiertes Wirtschaftssystem.
Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung sind dabei die zentralen Werte.

… auf gesellschaftlicher Ebene eine Initiative der Bewusstseinsbildung für Systemwandel, die auf dem gemeinsamen, wertschätzenden Tun möglichst vieler Menschen beruht

Sie versteht sich als ergebnisoffener, partizipativer, lokal wachsender Prozess mit globaler Ausstrahlung –

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SoLawi Dortmund schreibt:

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Liebe Regentänzerinnen und -tänzer,
kurzes Aufatmen, es hat geregnet. Endlich. Und das auch nicht zu knapp – wir mussten rasch über den Hof laufen und diverse halbvergessene Abläufe freilegen, damit nicht alles überflutet wird. Wie gut ein Sommertag nach einem Regenguss riecht! Das hatten wir fast vergessen. Die Trockenheit macht auch uns zunehmend zu schaffen, die Einschläge kommen näher. Für uns auch ein Anlass, unsere Lebensweise und ihre Auswirkungen auf unseren Planeten weiter auf den Prüfstand zu stellen. Da geht noch viel mehr.

Nach der Heuernte @ €lmar Schulte Tigges
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Solidarische Landwirtschaft

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Ernährung und Landwirtschaft spielen eine zentrale Rolle für die Frage: Wie wollen wir in Zukunft leben? Mit der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) hat die Familie Schulte Tigges eine Möglichkeit gefunden, ihre Vorstellungen von einer zukunftsfähigen Landwirtschaft mit einer Gruppe von Menschen aus dem Dortmunder Raum umzusetzen und gemeinsam zu gestalten: solidarisch, regional und ökologisch. Private Haushalte tragen die Kosten des landwirtschaftlichen Betriebs. Im Gegenzug erhalten sie den Ernteertrag. Durch den persönlichen Bezug zueinander erfahren sowohl die Erzeugerinnen als auch die Verbraucherinnen die vielfältigen Vorteile einer nicht-industriellen, marktunabhängigen Landwirtschaft.

Mit einem außergewöhnlichen Bildungsprogramm für nachhaltige Entwicklung fangen die Schulte Tigges bereits bei den Kleinsten an: durch das praktische Tun das Gefühl zu erfahren, dass man gemeinsam Dinge bewegen kann und unsere Welt gestalten kann; lernen, woher eigentlich unsere Lebensmittel kommen – und nebenbei einen Entdeckungsdrang und eine Wertschätzung für Natur, Umwelt und alles Lebendige um uns herum zu fördern.

Mehr Infos und Möglichkeiten zum Vernetzen: https://www.solidarische-landwirtschaft.org/index.php?id=92

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We shut shit down!

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Wir begleiten Aktive von Ende Gelände zu einer Massenblockade. Tausende kommen im rheinischen Braukohlerevier zusammen, um sich für Klimagerechtigkeit stark zu machen. Sie wollen Zeichen setzen gegen den weiteren Abbau und die Verbrennung von Kohle – eine der Ursachen für die globale Klimaerwärmung und ihre dramatischen Folgen. Angesichts der Dringlichkeit der Klimakrise halten sie es für notwendig, einen Schritt weiter zu gehen: vom öffentlichen Protest zum Zivilen Ungehorsam. Sie versuchen mit einer möglichst großen Zahl von Menschen in den rheinischen Braunkohletagebau einzudringen und dessen Infrastruktur lahmzulegen. Schienen und Tagebau zu blockieren, der Zugverkehr für die Kohlezufuhr zum Kraftwerks eingestellt werden muss und Bagger und Bandalagen stillgelegt.

Auszüge aus dem Aktionskonsens der Bewegung:

… Wir werden uns ruhig und besonnen verhalten; wir gefährden keine Menschen. Wir werden mit unseren Körpern blockieren und besetzen; es ist nicht das Ziel, Infrastruktur zu zerstören oder zu beschädigen. Wir werden uns nicht von baulichen Hindernissen aufhalten lassen. Absperrungen von Polizei oder Werkschutz werden wir durch- oder umfließen. UnsereAktion wird ein Bild der Vielfalt, Kreativität und Offenheit vermitteln. UnsereAktion richtet sich nicht gegen die Arbeiter*innen von RWE, dievon RWE beauftragten Firmen oder diePolizei. Die Sicherheit der t ei l nehmenden A k t i v i st * i nnen, der A r bei t er * i nnen und al l er B et ei l i gt en hat f ür uns ober st e Pr i or i t ät …

… Wir kommen aus verschiedenen sozialen Bewegungen und politischen Spektren. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für das Gelingen der Aktion. Wir wollen eine Situation schaffen, die für alle Teilnehmenden transparent ist und in der wir aufeinander achten und uns unterstützen.
Wir sind solidarisch mit allen, die Widerstand leisten gegen die Klimazerstörung durch Kohlekraftwerke und gegen die sozialen und ökologischen Folgen fossiler Energieversorgung. Wir stellen uns entschieden gegen alle Versuche, den Widerstand gegen den Kohleabbau für reaktionäre oder nationalistische Ziele zu missbrauchen…

Wie sie die Vison der Aktiven von einem Sytemwandel aus? Was glauben sie, ist hierfür notwendig?

Vor der Blockade ©Gerardo Milsztein
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Daseinsvorsorge

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Wasser, Energieversorgung, Gesundheit, Mobilität: Gemeingüter gehören unter demokratische Kontrolle! Öffentlich-private Partnerschaften sind nicht nur teuer und intransparent. Sie untergraben unsere Demokratie und gefährden unsere Daseinsvorsorge.

Gemeingut in BürgerInnenhand tritt ein für die Bewahrung und Demokratisierung aller öffentlichen Institutionen, insbesondere der Daseinsvorsorge. Naturgegebenen Gemeingüter müsser der gesamten Gesellschaft verfügbar sein. GiB setzt sich dafür ein, dass Gemeingüter wie Wasser, Bildung, Mobilität und Energie zurückgeführt werden unter demokratische Kontrolle.

Die NGO vernetzt bundesweit Kämpfe gegen Privatisierung und initiiert Schwerpunktkampagnen. Mitmachen kann jede/r. Die Aktivitäten werden von denen gestaltet, die sich einbringen.

HOMO COMMUNIS wird die Arbeit von GiB begleiten.

Link zur Website https://www.gemeingut.org/

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UTOPIASTADT

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Utopiastadt ein Ort der Begeisterung, ein lebendiger Organismus:
Ob Nähtreff oder Zukunftsforschung, ob Coworking oder ein kostenloser Fahrradverleih, ob politische Podiumsdiskussion oder Urban Gardening mit Jugendlichen, ob 3D-Druck oder Quartierskonferenzen, ob Hackerspace oder Künstleratleier, ob die Konzentration auf ein spezielles Thema oder die Vernetzung zwischen allen Disziplinen . Gemeinschaftlich werden neue Perspektiven für Arbeit, Freizeit und Quartiersentwicklung geschaffen. Jeder kann mitgestalten.

Im alten Mirker Bahnhof, einem einzigartigen Gebäude in Wuppertal, existiert das Kultur- und Kreativquartier als Labor. Visionäre Ideen und gesellschaftliche Grundüberlegungen werden umgesetzt und gelebt.

Die Bergische Bürgerkraft Energiegenossenschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die dezentrale Versorgung mit regenerativen Energien zu fördern. Die ersten Dachflächen sind gepachtet und Solaranlagen installiert; die Gründungsversammlung ist in Utopiastadt zusammenkommen.

Wir begleiten die Utopisten beim Gemeinschaffen.

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Liebe Unterstützer*innen

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Danke für Ihren/euren großherzigen Beitrag und das Vertrauen in das Projekt und in unsere Arbeit. Das gibt uns Kraft und Zuversicht. Gemeinschaftsprojekte haben Zukunft. Was für eine Freude gemeinschaftlich Bewegung in die Welt zu bringen!

Diejenigen, die mögen, reichen den Link zum Projekt einfach weiter. Es gibt sicherlich weitere Organisationen und Initiativen, die Teil des Projekts sein möchten oder sich stark machen. Crowdfunding schafft Kommunikation und ist längst weit mehr als ein Social Media Trend. Neben der finanziellen Unterstützung gab es in den letzen Tagen viel Austausch. Allen Unterstützern*innen herzlichen Dank.

Diesen 2000 Jahre alten Baum (ficus schultesii) bei den Einheimischen Came Renaco genannt, endeckten wir 2018 im peruanischen Regenwald. Ein Symbol der Kraft – leider eine bedrohte Art. © Carmen Eckhardt
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Juchitan

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Juchitan, im Südwesten Mexikos, in der Provinz Oaxaca, scheint eher trist und staubig, Prachtbauten gibt es hier keine, aber das Leben der an die 120.000 Einwohner – überwiegend Zapoteken – ist ausgesprochen bunt. Juchitan ist eine für mexikanische Verhältnisse wohlhabende Stadt, obwohl es kaum Industrie gibt und keine ausländischen Investoren. Die zapotekische Kultur hat ihre Sprache bewahrt, eine matriarchal orientierte Sozialstruktur lebendig gehalten und uralte Religions- und Heilungstraditionen mit christlichen Werten verbunden. Den Wohlstand haben die Frauen geschaffen, sie bestimmen ganz wesentlich das Bild der Stadt.

Blumenverkauf vor dem Totenfest auf dem Markt in Juchitan ©Annuschka Eckhardt 2016

Wir treffen auf Blumenverkäuferinnen. Sie strömen aus der ganzen Umgebung zusammen. Eine der Verkäuferinnen ist Na Ofelia, Händlerin und Mutter zweier Töchter. Sie bietet Blüten in den Farben gelb und rot bis lila. Gelb ist die Studentenblume, hier „Cempuaxuchil“ genannt, das Wort aus der alten Aztekensprache bedeutet Totenblume. Na Ofelia macht heute gute Geschäfte. Es ist der 29. Oktober, die Vorbereitungen für Allerheiligen und Allerseelen laufen auf Hochtouren. Marta und Rosi, Na Ofelias Töchter, bereiten zu Hause den großen Hausaltar vor, der ab morgen den Toten ein strahlendes Willkommen bieten soll. Für jeden Verstorbenen stehen Kerzen bereit, die Heiligenbilder werden geputzt und die Fotos der nächsten Verwandten auf die Ehrenplätze gerückt.

Eigenständige und tatkräftige Frauen, wie Na Ofelia, betreiben Landwirtschaft und Handel, der Markt ist fest in ihren Händen. Sie bestimmen über das Geld, ihnen gehören die Häuser und für die Familien sind sie auch verantwortlich. Für sie gelten die Gesetze des freien Marktes, aber nach streng sozialen Prinzipien: Angesehen ist nicht, wer viel hat, sondern wer viel gibt. Dieses Geben geschieht öffentlich, auf eine äußerst lustvolle Art:
Man feiert gemeinsam große Feste, das ist für die Juchiteken eine Lebensnotwendigkeit. Das Register der Gemeindeverwaltung verzeichnet 628 große Feste pro Jahr. Niemand kann verhungern, weil jeden Tag mindestens ein Fest gefeiert wird, auf dem man sich satt essen kann. Kein Anlass scheint zum Feiern zu gering: Geburtstage, Hochzeiten, Feste, zu Ehren der Heiligen und Totengedenken.

Junge juchitekische Frauen in prächtiger Festkleidung ©Annuschka Eckhardt

Hunderte Gäste sind oft geladen, nicht selten kommen Tausende. Bis zu fünf Tagen dauern die „Velas“, die großen Gemeinschaftsfeste, ausgerichtet immer von einer wohlhabenden Frau, die verantwortlich ist für Speisen, Getränke, Musik und Organisation, und für sämtliche Kosten. Je prachtvoller sie das Fest gestaltet, desto höher steigt ihr öffentliches Ansehen. Lebensfreude ist für die Menschen in Juchitan das wichtigste Gut. Gleichzeitig sind die Feste eine soziale Verpflichtung, mit der die Menschen ihre Gemeinschaft fortwährend beleben und bekräftigen. Nicht zuletzt dank der Schenk-Ökonomie wird die juchitekische Wirtschaft in Schwung gehalten.

Am zweiten November zieht Na Ofelia mit ihren Töchtern beladen mit Eimern voll Blumen zum Friedhof. Aus allen Häusern strömen Menschen gelb leuchtende Blumenpacken auf den Köpfen und sogar mit Handwagen voll Blumen. Heute gilt es, die Toten wieder auf den Weg zu bringen.
Ungeheuer viele Menschen sind heute auf dem Friedhof zusammen kommen. Sie schmücken die Gräber mit frischen Blumen, allmählich fangen sie an zu tanzen. Der Abschied von den Toten auf dem Friedhof wird wieder ein lautes und lebhaftes Fest.

Eines der zahlreichen Feste, “Velas” der Stadt. ©Annuschka Eckhardt
Geschichten

Cecosesola

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Der Film führt uns in die Millionenstadt Barquisimento im Westen Venezuelas. Verbeulte Autos säuumen die Straßen, streunende Hunde suchen nach Fressbarem. Hunderte Menschen warten diszipliniert in langen Schlangen an einer großen Markthalle von Cecosesola. Sie warten darauf einkaufen zu können. Die Versorgungslage im Land ist katastrophal.

Was die aktuelle Lage anbetrifft, so wird zwar die politische Machtfrage in den Medien diskutiert, weniger jedoch die dahinterstehenden materiellen Interessen, welche langsam zum Ausverkauf des Landes führen. Dazu sind die kontroversen politischen Diskurse im Grunde genommen nur unterschiedliche Begleitmusik. Dabei kommen dann auch geopolitische und geostrategische Aspekte mit ins Spiel: sowohl die USA als auch Russland und China wollen von diesem Ausverkauf profitieren.

Einer der vier riesigen Wochenmärkte des Kooperativenverbundes in Barquisimeto ©Cecosesola

Cecosesola ist ein Netzwerk von Kooperativen. Die Mitarbeiter setzen auf Selbstorganisation, statt Rentier-Ökonomie. Sie betreiben in der Stadt zwei kleinere und drei große Wochenmärkte. Pro Wochenende werden Hunderte Tonnen Lebensmittel aus angegliederten Landwirtschaftskooperativen verkauft. In die Markthallen strömen wöchentlich 70.000 Familien um Obst, Gemüse und andere Dinge des täglichen Bedarfs einzukaufen. Ein Viertel der Stadtbevölkerung wird über die Märkte versorgt.

Vor 50 Jahren fing alles an: Als eine würdevolle Bestattung der Verstorbenen für Hinterbliebene unbezahlbar wurde, gründete eine Gruppe von kleinen Kooperativen einen Beerdigungsservice und den Dachverband Cecosesola. Mitglieder bezahlen regelmäßig einen geringen Betrag ein. Wenn ein Angehöriger stirbt, wird die Bestattung vom Beerdigungsservice ausgerichtet.

Um weiterreichender autonom und selbstverwaltet agieren zu können, bauten die Kooperativistas gemeinsam mit Landwirtschaftskooperativen Märkte auf. Inzwischen versorgen sie ein Viertel der Stadtbevölkerung mit Nahrungsmitteln. Auf Registrierkassen wird bis heute verzichtet, die Mitglieder setzen auf Vertrauen. Für ihre Arbeit bekommen die Mitarbeiter einen Einheitslohn, der wöchentlich an die Mitarbeitenden ausgezahlt wird und deutlich über dem staatlichen Mindestlohn liegt.

Moderne medizinsche Versorgung ist im Gesundheitszentrum von Cecosesola gewährleistet ©Cecosesola

Heute zählt Cecosesola 20.000 Mitglieder und bietet, neben dem Beerdigungsservice, den größten Gemüsemärkten der Stadt und Landwirtschaftsbetrieben, ein Gesundheitszentrum mit einer erst kürzlich eröffneten Geburtsstation an. Die Beschäftigten arbeiten ohne Chefs, ent- scheiden im Konsens, bewältigen die Aufgaben im Rotationsverfahren. Große und kleine Themen werden gemeinsam besprochen. In unzähligen Versammlungen entscheiden die 20.000 Mitglieder basisdemokratisch über alle wichtigen Belange. Das scheint auf den ersten Blick unmöglich. Doch wurden im Laufe der Jahrzehnte Kriterien für Entscheidungsfindungen herausarbeitet. Die lange Gesprächserfahrung ermöglicht über die vielen vernetzten Versammlungen zügig zu Konsensentscheidungen zu kommen.

Die Kooperativistas sind überzeugt: „Wir stärken den Dialog und den sozialen Rückhalt, untereinander und über Cecosesola hinaus. Das ist viel wichtiger als die ökonomischen Fragen. Erst in respektvollen Beziehungen wächst Vertrauen und aus Vertrauen entsteht das, was wir „kollektive Energie“ nennen.“

Versammlung der Kooperativistas im Grünen ©Cecosesola
Lebensraum

Grund und Boden

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Der Kampf um Grund und Boden und der Zugang zu anderen lebensnotwendigen Ressourcen stehen seit jeher im Zentrum gesellschaftlicher Konfliktlinien. Wer Zugang zu Grund und Boden hat, steuert die Produktion und hat damit Kontrolle über die gesellschaftliche Ordnung.

Dennoch nehmen wir es als gegeben hin, dass nicht nur der Boden eingehegt, d.h. zum wirtschaftlichen Gewinnstreben einzelner privatisiert wird, sondern auch immaterielle Ressourcen, wie Wissen und zunehmend auch soziale Beziehungen. Zwar ermöglicht die Digitalisierung neue Formen des Teilens allerdings stellt sich auch hier das Problem, dass Gemeingüter in der Sharing Economy sofort wieder kapitalisiert werden.

Der Film hinterfragt das Verständnis von Privateigentum und stellt neue Formen der Gemeinschaftlichkeit und des Teilens vor. Die Schaffung und Bewirtschaftung von Gemeingütern im städtischen Umwelt wird zu einem immer dringlicheren Problem. Das Recht auf Wohnen und das Recht auf Stadt müssen eingefordert und erkämpft werden. Bisweilen geschieht dies durch Besetzungen und vorübergehende Nutzungen. allerdings müssen diese gewonnenen Räume verteidigt und der Zugang dauerhaft gesichert werden. Welche Arten von Eigentumsstrukturen schaffen die Voraussetzung dafür, dass Ressourcen für Gemeinschaften zugänglich sind. Und wie kann der Zugang geregelt werden, ohne dass neue Ausgrenzung entsteht?

besetztes Haus in Berlin Kreuzberg